KINOPLAN für Monat Februar 2012
Woche vom 26. 01. bis 01. 02. 2012
Do 26.1. - So 29.1. um 19.00 Uhr und
Mo 30.1. - Mi 1.2. um 21.00 Uhr Großer Saal
Eine dunkle Begierde
99 min.
Kanada / D 2011 Regie: David Cronenberg
Tipp
Er gilt als der Erfinder der Psychoanalyse: Sigmund Freud. Weniger bekannt ist hingegen der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung, der auf Freuds revolutionäre Thesen und Beobachtungen als einer der ersten bei der Behandlung seiner Patienten zurückgriff. David Cronenberg ergründet basierend auf einem regen Briefwechsel zwischen Freud und Jung das Verhältnis dieser beiden fachlich eng verbundenen und doch auch so unterschiedlichen Männer. Dabei wird eine junge Frau zum Mittelpunkt ihrer Beziehung. „Eine dunkle Begierde“ ist ein feines Stück Ausstattungskino mit großartigen Schauspielern und tiefen Einblicken in die menschliche Natur. Darsteller. Michael Fassbender, Viggo Mortensen, Keira Knightley, Vincent Cassel, Sarah Gadon - Grandios gespielt... ein beeindruckender Blick in die Abgründe der menschlichen Seele. / ZDF Heute Journal
Fr 27.1. - So 29.1. um 16.30 Uhr Großer Saal
Tom Sawyer
109 min.
D 2011 Regie: Hermine Huntgeburth
Kinderkino
Wäre Faulheit Unterrichtsfach, wäre Tom Sawyer ein Spitzenschüler. Engagement zeigt er aber in seinen Streichen, in den Abenteuern, die er mit seinem besten Freund Huck Finn erlebt. Ein bisschen auch in der Liebe, denn Neuankömmling Becky hat er sofort auf dem Radar. Leider gibt es bald massive Störungen, erschüttert doch ein Mord die Idylle am Mississippi. Tom und Huck haben ihn beobachtet, schweigen aber aus Furcht vor dem Mörder. Bis mit dem liebenswerten Säufer Muff Potter ein Unschuldiger hingerichtet werden soll. Auch in der deutschen Adaption eines amerikanischen Literaturklassiker bleiben die Abenteuer zweier Jungs vom Mississippi zeitlos kindgerecht unterhaltsam.
Do 26.1. - So 29.1. um 21.15 Uhr und
Mo 30.1. - Mi 1.2. um 19.00 Uhr Großer Saal
Perfect Sense
92 min.
GB 2011 Regie: David Mackenzie
Allegorie, Weltfilm, Liebesromanze. Das und noch viel mehr steckt in David MacKenzies mitreißendem Independent-Drama. Es handelt vom schrittweisen Verlust unserer Sinne und dem damit verbundenen Zerfall gesellschaftlicher Strukturen. Eine unbekannte Epidemie ist der Auslöser, dass immer mehr Menschen nicht mehr schmecken, riechen, hören und schließen sehen können.- Michaels Privatleben bestimmen kurze, flüchtige Affären und One-Night-Stands. Daran ändert sich erst etwas, als er Susan kennenlernt, eine selbstbewusste Frau und engagierte Wissenschaftlerin. Doch diese Liebe scheint recht bald bedroht. Das ganz normale Leben, das längst aufgehört hat zu existieren, wird von der sich rasant ausbreitenden Epidemie förmlich aufgefressen. Das Hier und Jetzt gleicht einem Ausnahmezustand für Michael, Susan und alle anderen. - Eva Green und Ewan McGregor als Liebespaar, das gegen die Umstände der Katastrophe verzweifelt ankämpft.
Mo 30.1. - Mi 1.2. um 20.00 Uhr Kleiner Saal
Nachtmeerfahrten-Die Psychologie des C. G. Jung
70 min.
D 2011 Regie: Rüdiger Sünner
Der besondere Film
Dokumentarfilm über die Gedankenwelt des Psychoanalytikers C. G. Jung anlässlich seines 50. Todestags und parallel zum Kinostart von David Cronenbergs Drama "Eine dunkle Begierde", das die Beziehung Freuds und Jungs beschreibt. Der 1961 verstorbene, Schweizer Tiefenpsychologe und Psychiater Carl Gustav Jung stützte seine wegweisende wissenschaftliche Arbeit unter anderem auf ein urtypisches Schema im menschlichen Unbewussten. Darin geht ein symbolischer Ablauf vor sich, in dem der Protagonist nachts in einem Ozean versinkt. Er sieht sich den eigenen Dämonen gegenüber, ringt mit ihnen und taucht morgens neugeboren wieder auf. Bei dieser Reise entspricht dem Ozean das Unbewusste, das Jung zufolge im Traumzustand zugänglich wird. Regisseur Rüdiger Sünner analysiert hier den spirituellen wie mythologischen Ansatz des Schaffens Jungs, der mit Freud befreundet war bevor er sich von dessen Theorien distanzierte.
Woche vom 02. 02. bis 08. 02. 2012
Fr 3.2. - So 5.2. um 16.30 Uhr Großer Saal
Neues von Pettersson und Findus
79 min.
D / Schweden 2000 Regie: Albert Hanan Kaminski
Kinderkino
Pettersson bekommt Probleme mit seinem naseweisen Kater Findus, der aufräumen soll, aber die Ordnungsprinzipien im Haus in Frage stellt. - Ein liebenswürdiger Zeichentrickfilm, der unaufdringlich eine ruhige, selbstgenügsame Idylle beschreibt und dabei allerlei kindliche Situationen berührt.
Do 2.2. - So 5.2. um 19.00 Uhr und
Mo 6.2. - Mi 8.2. um 18.30 Uhr Großer Saal
Eine ganz heiße Nummer
95 min.
D 2011 Regie: Markus Goller
Mit „Friendship“ gelang Markus Goller der große Comedy-Coup. Nun folgt sein nächster Streich. Statt um zwei verdutzte Ossis in Amerika geht es diesmal um drei resolute Damen im tiefsten Bayern. Dort bedroht die Schließung der Glashütte den kleinen Tante Emma-Laden. Weil Gebete des Dorf-Pfarrers gegen Arbeitslosigkeit wenig helfen, hat das weibliche Trio eine zündende Idee: Telefonsex soll Geld in die leere Kasse bringen. Erotik als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme – „Ganz oder gar nicht“ lässt grüßen. Wie einst bei den britischen Amateur-Strippern gibt’s bei den bayrischen Telefon-Stöhnerinnen reichlich Situationskomik, viel Wortwitz und liebenswert schräge Typen. Umwerfend komisch gespielt, flott inszeniert und prima getimt: Eine ganz heiße Comedy-Nummer. Darsteller: Gisela Schneeberger, Bettina Mittendorfer, Rosalie Thomass, Monika Gruber
Do 2.2. - So 5.2. um 21.30 Uhr Großer Saal
Kriegerin
103 min.
D 2011 Regie: David Wnendt
Mit seinem Spielfilmdebüt "Kriegerin" hat Regisseur David Wnendt gleich ein heißes Eisen angefaßt: Neo-Nazis in der ostdeutschen Provinz, martialische Gewalt und eine junge Frau, die tief im braunen Sumpf steckt, obwohl sie sich der Sinnlosigkeit ihres Tuns eigentlich bewußt ist. Wnendt, der auch das Drehbuch für den provokanten Film schrieb, hat für seine hart-realistische Handlung gleich den "Förderpreis Deutscher Film - Drehbuch" bekommen.- Die "Kriegerin", so versteht sich die junge Marisa, haut sofort zu, wenn ihr jemand dumm kommt. Ständig steht sie unter Strom, ist unberechenbar und kann ihre Aggressionen kaum bändigen. Eine permanente Rebellion gegen Perspektivlosigkeit. Als sie sich von zwei Asylbewerbern in ihrem Refugium gestört fühlt, provozieren sie die beiden Jungs. Da eskaliert die Geschichte.
Mo 6.2. - Mi 8.2. um 20.30 Uhr Großer Saal
Das Labyrinth der Wörter
82 min.
Frankreich 2010 Regie: Jean Becker
Wunschfilm
In der französischen Provinz, wo jeder noch jeden kennt und man sich nach Feierabend wie selbstverständlich in seinem Stammlokal zum Austausch über Gott und die Welt trifft, spielt der neue Film von Jean Becker („Dialog mit meinem Gärtner“), in dem Sprache mehr als nur der Kommunikation dient. Als Beobachter anrührender bis urkomischer Alltagssituationen lässt er darin einen gutmütigen, aber ungebildeten Aushilfsarbeiter die Bekanntschaft einer kultivierten, alten Dame machen. Gérard Depardieu- sein Part in dieser kleinen, heiter-melancholischen Produktion ist die des uneingeschränkten Sympathieträgers. Er erscheint wie der Prototyp des sanften, tollpatschigen Riesen, dessen gutes Herz auf seine Umwelt ausstrahlt und das ihn bei allem, was er erlebt, niemals im Stich lässt. Neben ihm die 96-jährige Gisèle Casadesus.
Do 2.2. - Mi 8.2. um 20.00 Uhr Kleiner Saal
St. Jacques- Pilgern auf Französisch
110 min.
Frankreich 2005 Regie: Coline Serreau
Wunschfilm
In die Ferne ziehen, um Heimat und Seele zu überarbeiten: Ein Jahr bevor Hape Kerkeling der Leserwelt vorführte, wie es ist, „dann mal weg“ zu sein, schickte die preisgekrönte französische Autorenfilmerin Coline Serreau drei zerstrittene Geschwister auf den Jakobsweg und landete einen Wohlfühlfilm voller Schwung, Humor und Phantasie. Man lernt, wie schön das einfache Leben und was wirklich wichtig ist. Eine berückend schöne Komödie der leisen Töne mit Wortwitz und das vielleicht langsamste Roadmovie aller Zeiten.
Woche vom 09. 02. bis 15. 02. 2012
Fr 10.2. - Mi 15.2. um 16.30 Uhr Großer Saal
Happy Feet 2
90 min.
USA 2011 Regie: George Miller
Kinderkino
Mumble, der Pinguin, hat ein Problem: Er selbst ist der Meister des Stepptanzes, aber sein Sohn Erik möchte nicht tanzen. Stattdessen reißt Junior gemeinsam mit seinen Freunden und Frauenheld Ramon aus und himmelt Sven, den Großen an, denn dieser ist der wohl einzige Pinguin, der fliegen kann. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, als ein Erdbeben die Antarktis erschüttert und die Welt der Pinguine von diesen ungeahnten Kräften aus den Angeln gehoben wird.
Do 9.2. - So 12.2. um 19.00 Uhr und
Mo 13.2. - Mi 15.2. um 21.15 Uhr Großer Saal
In guten Händen
100 min.
GB 2011 Regie: Tanya Wexler
Tipp
Eine elegante, intelligente und romantische Komödie ausgerechnet über die – Moment mal – Erfindung des Vibrators …? Doch auch sensible Empfindungen werden hier nicht verletzt, denn hübsch verpackt in die fiktive Lebens- und Liebesgeschichte des realen Arztes Mortimer Granville kommt eine überaus vergnügliche Geschichte ins Kino. Ein durchgängig charmanter, geistreicher und unterhaltsamer Film. Ob ein Film wie dieser in Deutschland möglich gewesen wäre, ist zu bezweifeln. Doch England hat der Welt nicht nur den Fußball, die Teatime und das Sandwich geschenkt, sondern auch den britischen Humor sowie jenes elektrisch betriebene Instrument, das die Damenwelt seit mehr als 100 Jahren auf mechanischem Wege beglückt. Diese Erfindung führt zurück ins prüde, viktorianische England, genauer gesagt: nach London. Darsteller: Maggie Gyllenhaal, Hugh Dancy, Jonathan Price, Rupert Everett- Eine irrwitzige Geschichtsstunde über die Erfindung des Vibrators. Very british und very vergnüglich./Brigitte

Do 9.2. - So 12.2. um 21.15 Uhr und
Mo 13.2. - Mi 15.2. um 19.00 Uhr Großer Saal
Und dann der Regen
104 min.
Spanien/Frankreich/Mexico 2011 Regie: Icíar Bollaín
Ist ein Film das Wichtigste auf der Welt? - Ein Team von Europäern, die in Bolivien einen Film über Kolumbus drehen, wird von der Realität eingeholt. Als es zu Unruhen kommt, müssen sich die Filmleute entscheiden, ob sie weitermachen, flüchten oder der unterdrückten indigenen Bevölkerung helfen wollen. Dafür müssten sie nicht nur den Film, sondern ihr Leben riskieren. Bilder von atemberaubender Schönheit und Eindringlichkeit und ein „Film im Film“ mit geschickten Wechseln zu Szenen in der Gegenwart – all dies vereint in einer klugen Geschichte. Ein moderner Abenteuerfilm: bildgewaltig, anspruchsvoll und sehr, sehr spannend! Darsteller: Luis Tosar, Gael Garcia Bernal
Do 9.2. - Mi 15.2. um 20.00 Uhr Kleiner Saal
Der atmende Gott
100 min.
D 2011 Regie: Jan Schmidt-Garre
Der besondere Film
Was ist Yoga, wo stammt es her? Ist Yoga Philosophie, Religion, Gymnastik – Oder alles auf einmal? Diesen und anderen Fragen versucht Jan Schmidt-Garre mit seiner Dokumentation auf den Grund zu gehen. Das mäandernde Suchen, mit dem sich der Regisseur durch Indien bewegt ist in seiner respektvollen Zurückhaltung vor der fremden Kultur dabei große Stärke des Films. Die Anzahl der Yoga-Studios in der westlichen Welt steigt nahezu täglich, die Heilsversprechen, die mit den Asana genannten Übungen verbunden sind, werden immer größer, die Formen der Yoga-Ausübung immer obskurer. Voller Neugier reist der Regisseur durch Indien, auf den Spuren des echten, des wahren Yogas. Auf seinem Weg begegnet er diversen Yogis, die eins gemeinsam haben: Sie lernten bei Tirumala Krishnamacharya. Dieser gilt als Vater des modernen Yogas. - Ein Film nicht nur für Yoga-Interessierte.
Woche vom 16. 02. bis 22. 02. 2012
Fr 17.2. - Mi 22.2. um 16.30 Uhr Großer Saal
Der gestiefelte Kater
91 min.
USA 2011 Regie:Chris Mille
Kinderkino
Schon mit der ersten Einstellung, einer expressiven Nahaufnahme, markiert der Kater, der nicht nur Lover, sondern auch Fighter ist, sein Revier. Niedlichkeit bis an die Schmerzgrenze paart sich mit stolzer Selbstverliebtheit in diesem Gesicht, das sich unwiderstehlich bis ins Zuschauerherz gräbt und Kraulinstinkte nicht nur bei Katzenfreunden wecken wird. Der knuffige Kater zeigt was einen echten Star ausmacht.
Do 16.2. - Mi 22.2. um 19.00 Uhr Großer Saal
Gott des Gemetzels
79 min.
Frankreich 2011 Regie: Roman Polanski
Tipp
Hinter dem wunderbar ironischen Titel „Gott des Gemetzels“ verbirgt sich eine herrliche Gesellschaftskomödie. Roman Polanskis Kammer-Quartett mit zwei New Yorker Elternpaaren, die zivilisiert die Prügelei ihrer Söhne klären wollen, war bei der Weltpremiere in Venedig ein sehr unterhaltsamer Lacherfolg, noch bevor bei fortschreitender Entwicklung unter Alkoholeinfluss die letzten Masken fielen. Christoph Waltz spielt mit wenig zurückhaltender Ironie seiner aalglatten Anwaltsfigur tatsächlich etablierte Weltstars wie Jodie Foster, Kate Winslet und John C. Reilly an die fein dekorierte Wand.- Großes Kino auf kleinstem Raum... Ein köstlich-böser Kinospaß./ ZDF Heute Journal
Do 16.2. - So 19.2. um 21.00 Uhr Großer Saal
Mo 20.2. - Mi 22.2. um 20.00 Uhr Kleiner Saal
Huhn mit Pflaumen
91 min.
Frankreich 2011 Regie, Buch: Vincent Paronnaud und Marjane Satrapi
Ein märchenhafter Realfilm. Erzählt wird die Geschichte einer tragischen Liebe, die in vielerlei Hinsicht eine Art „Amelie“ für Erwachsene ist, mit einer ganzen Riege bekannter französischer Darsteller aufwartet und stilistisch beeindruckt.- Ein wunderbares, surreales Melodram... "Huhn mit Pflaumen" nimmt uns mit auf eine Reise nach Teheran in der Schah-Zeit, und und der Film sieht aus wie das Kino jener Zeit, und fühlt sich auch so an: mit einem surrealen Touch, geheimnisvollen Antiquitätenhändlern, Todesengeln und ziemlich viel schwarzem Humor. Vielleicht sogar wie eine Fassung der "fabelhaften Welt der Amélie", voller kleiner Vignetten und Ideen./ Süddeutsche Zeitung - Darsteller: Mathieu Amalric, Isabella Rossellini, Chiara Mastroianni
Do 16.2. - So 19.2. um 20.00 Uhr Kleiner Saal
Chinese zum Mitnehmen
93 min.
Spanien/Argentinien 2011 Regie: Sebastián Borensztein
Einem schwermütigen und einsamen Metallwaren-Händler in Argentinien läuft eines Tages ein hilfsbedürftiger Chinese über den Weg. Der eine spricht nur Spanisch, der andere nur Chinesisch. Einer skurrilen Culture-Clash-Komödie steht nichts mehr im Wege - in Argentinien und Spanien schon ein großer Erfolg. - Roberto lebt isoliert und einsam, Verwandte gibt es nicht mehr, auch keine Freunde. Seine einzigen Hobbys sind das Sammeln merkwürdiger Geschichten, die er aus diversen Zeitungen ausschneidet und das Beobachten von Flugzeugen. So geht es Tag für Tag - bis der junge Chinese Jun ihm zufällig über den Weg läuft. Damit beginnt eine, zuerst widerwillige Annäherung, eine Überwindung sprachlicher und kultureller Hürden, die beiden Einzelgängern allmählich neue Wege zu einem glücklicheren Leben ebnen könnte. Oder anders ausgedrückt: Sie bemühen sich, aus ihrer Isolation raus kommen.
Mo 20.2. - Mi 22.2. um 21.00 Uhr Großer Saal
Gerhard Richter Painting
79 min.
D 2011 Regie: Corinna Belz
Lange Jahre lehnte Gerhard Richter, einer der berühmtesten Künstler der Gegenwart, die zahlreichen Anfragen für Filmprojekte ab. Der Dokumentarfilmerin Corinna Belz gelang es, ihn vor die Kamera zu bekommen und Richter bei der Arbeit zu beobachten. In diesen Momenten ist „Gerhard Richter Painting“ ein faszinierender biographischer Film. Belz darf dokumentieren, mit welcher konzentrischen Kraft der scheue Richter Kunst schafft, wie ernsthaft er mit ihr hadert. Es ist ein ruhiger, auch intensiver Film geworden, getragen von einer leisen Spannung, und er dauert einen ganzen, abstrakten Bilderzyklus lang. Aus Anlass seiner 80zigsten Geburtstages im Februar nochmals im Programm.
Woche vom 23. 02. bis 29. 02. 2012
Fr 24.2. - So 26.2. um 16.30 Uhr Großer Saal
Mein Freund der Delfin
112 min.
USA 2011 Regie: Charles Martin Smith
Kinderkino
Bei einem Spaziergang am Strand findet der Junge Sawyer eines Tages ein schwer verletztes Delfinweibchen. Das Tier war zuvor in eine Krebsreuse geraten, wobei die Schwanzflosse derart verwundet wurde, dass ein Überleben des Tiers kaum noch möglich scheint. Doch durch den unglaublichen Einsatz eines Meeresbiologen, eines Spezialisten für Prothesen, und Sawyers tiefer Zuneigung wird das Unmögliche möglich: "Winter", wie der Junge seinen animalischen Freund mittlerweile getauft hat, kommt langsam wieder zu Kräften.
Do 23.2. - So 26.2. um 19.00 Uhr und
Mo 27.2. - Mi 29.2. um 21.30 Uhr Großer Saal
Ziemlich beste Freunde
110 min.
Frankreich 2011 Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Tipp
Hut ab – um nicht zu sagen: Chapeau! Vermutlich ist Frankreich Weltmeister darin, Komödien über gesellschaftliche Gegensätze zu erfinden, die ohne plumpe Klischees und besserwisserisches Pathos auskommen. Diesmal geht es um einen Schlingel, frisch aus dem Gefängnis, der durch die Pflege eines querschnittsgelähmten Rollifahrers geläutert wird. Doch vielleicht ist es eher umgekehrt? Denn in der Gesellschaft des unbefangenen Driss findet der kranke, reiche Philippe zu neuem Lebensmut. Und das Publikum findet hier eine humorvolle Geschichte rund um zwei Männer, die sich erst zusammenraufen müssen, um voneinander zu lernen. - Zwei fantastische Schauspieler prägen und tragen diesen Film: François Cluzet und Omar Sy. Dank einer sensiblen und unauffälligen Regiearbeit bringen sie zwei hinreißend sympathische Figuren auf die Leinwand.
Do 23.2. - So 26.2. um 21.30 Uhr und
Mo 27.2. - Mi 29.2. um 19.00 Uhr Großer Saal
Rubbeldiekatz
108 min.
D 2011 Regie: Detlev Buck
Regisseur Detlef Buck is back - mit Comedy! In seinem „Tootsie”-Trip zieht sich der erfolglose Schauspieler Alexander aparte Frauenkleider an, um als Alexandra eine Rolle in einem Nazi-Streifen zu ergattern, den Hollywood in Babelsberg produziert. Klar, dass sich der Held sofort in die schöne Hauptdarstellerin verliebt – mit der er zuvor schon inkognito einen netten One-Night-Stand verbracht hat. Matthias Schweighöfer (der ehemalige Chemnitzer Schauspieler) mit Pumps und Lippenstift ist absolut umwerfend. Für Buck-Fans gibt es ausreichend lakonisches Potenzial, von der Tarantino-Persiflage bis zur gelungenen Hitler-im-Film-Parodie von „Switch“-Star Max Giermann – vom rosaroten Elefanten in einer Hafenspelunke ganz zu schweigen. - Ob der Film allerdings besser ist als sein Kultstreifen „Wir können auch anders“ wird sich zeigen!? Darsteller: Matthias Schweighöfer, Alexandra Maria Lara, Detlev Buck, Maximilian Brückner, Dennis Moschitto, Max Giermann u.a.

Do 23.2. - So 26.2. um 20.00 Uhr Kleiner Saal
Sarahs Schlüssel
104 min.
Frankreich 2010 Regie: Gilles Paquet-Brenner
Die Schatten der Vergangenheit lasten in diesem französischen Drama auf der Journalistin Julia, die im Frankreich der Gegenwart eine tragische Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg aufdeckt. „Sarahs Schlüssel“, die Verfilmung des Bestsellers von Tatiana De Rosnay, nimmt als Ausgangspunkt kein Verbrechen der Deutschen, sondern einen berüchtigten Akt der französischen Kollaboration, der Jahrzehnte verschwiegen wurde: Im Juli 1942 verhaftete die französische Polizei im Zuge einer Razzia tausende französische Juden, die tagelang unter unmenschlichen Bedingungen in der Halle einer Radrennbahn ausharren mussten, bevor sie deportiert wurden. Die Bilder dieser Verhaftungswelle – für die sich der damalige Präsident Jacques Chirac erst 1995 entschuldigte – stehen am Anfang des Films und sind sehr eindrucksvoll. Darsteller: Kristin Scott Thomas, Melusine Mayance, Niels Arestrup- "Sarahs Schlüssel" ist die Verfilmung eines französischen Bestsellers – aber viel besser als der Roman: ein feinfühliges und stilsicheres Drama um ein jüdisches Mädchen./ DIE ZEIT

Mo 27.2. - Mi 29.2. um 20.00 Uhr Kleiner Saal
Babys
79 min.
Frankreich 2009 Regie: Thomas Balmès
Wunschfilm
Eine tolle Idee, das ist Thomas Balmès Dokumentarfilm „Babys“, in dem vier Babys in Amerika, Namibia, Japan und der Mongolei von der Geburt bis zu den ersten Schritten beobachtet werden. Ähnlichkeiten und Unterschiede zeigt der Film auf und kommt dabei teils zu überraschenden, teils zu banalen Ergebnissen. So unterschiedlich die Lebenswelten der vier kleinen Stars auch sind, letztlich spielt es keine Rolle, ob sie in einer Jurte oder in einem Hochhaus-Apartment ihre Umgebung entdecken, lachen und weinen, Vertrauen und Ängste entwickeln, Geborgenheit suchen und Liebe finden. Die Alltagsszenen aus den unterschiedlichsten Kulturen dokumentieren eindrucksvoll, dass die Entwicklung jenseits der individuellen Förderungen viele Gemeinsamkeiten aufweist.