Ehrung bei "Film ab!"

Unsere Ferienproduktion "Rot in Blau" wurde beim "Film Ab!"-Festival mit dem dritten Platz in der Kategorie "Klassen 5 bis 8" ausgezeichnet. Die Ehrung nahmen die drei jungen FilmemacherInnen Marcel, Mia und Levin (v.l.n.r.) im Görlitzer Kühlhaus entgegen. 

Aus rund 90 Einreichungen wurden 30 Filme nominiert. Davon wiederum durften 13 in diversen Kategorien mit einem Preis nach Hause gehen. Die Konkurrenz war hart: Auch der sächsische Kultusminister Conrad Clemens zeigte sich erstaunt über die hohe Professionalität der Jugendfilme.

"Der Dreh war wirklich toll und wir freuen uns sehr über den Preis", sagen Levin und Marcel, zwei der Schauspieler des Films. Sie sind sich sicher, dass auch der Humor zum Erfolg von "Rot in Blau" beigetragen hat. Die Gruppe denkt schon über eine neue Geschichte nach: "Ein Teil 2 ist bereits in Planung!"

Der Preis ist bereits der zweite binnen zwei Wochen. Schon Ende Oktober ging der Medienpädagogische Preis 2025 in der Kategorie "Bestes Medienkompetenzprojekt mit Jugendlichen" nach Chemnitz

🎙️Interview mit Levin und Erik bei Radio Unicc

https://www.radio-unicc.de/interview/news/levin-und-erik-wie-ging-es-nach-dem-film-ab-festival-weiter/


Die Filmwerkstatt als Talentschmiede

"Ohne die Jugendarbeit der Filmwerkstatt könnten viele junge Leute ihre Kreativität nicht ausleben. Hier bekommen wir Rat, Technik und einen Raum zum Entfalten", sagt die 17-jährige Mia. Sie ist seit einigen Jahren in der Filmwerkstatt dabei, absolviert derzeit auch ein Praktikum vor Ort. Nach dem Abi soll es bei ihr in den Bereich Film und Medien gehen.

Auch Susanne Schiebler, seit vielen Jahren bundesweit als Film-Editorin tätig, ist in der Filmwerkstatt groß geworden: "Hier habe ich begonnen mein Handwerk zu erlernen, mit dem ich bis heute arbeite. Vor allem aber hat mir die Filmwerkstatt als Jugendliche in einer Phase der Orientierungslosigkeit Möglichkeiten gegeben, mich gemeinsam mit anderen Jugendlichen auszuprobieren, in einem geschützten Raum mein Talent zu entdecken und dadurch Selbstvertrauen zu entwickeln", sagt die Wahl-Berlinerin. Inzwischen sind Filme, an denen sie mitwirkt, auf Netflix, in vielen Mediatheken oder auch bei PBS in den USA zu sehen.  

Foto: Susanne Schiebler


Neben Susanne Schiebler sammelten auch viele weitere etablierte FilmemacherInnen, SchauspielerInnen und Kameraleute in der Filmwerkstatt erste Erfahrungen, etwa Teresa Weißbach (Erzgebirgskrimis, Sonnenallee), Olaf Held (u.a. MDR) oder Thomas Beckmann (u.a. arte, ZDF).

Schließung trotz erfolgreicher Projekte und großer Nachfrage

Trotzdem droht die Schließung des Projekts für Jugendarbeit in der Chemnitzer Filmwerkstatt, die seit 1991 Medienpädagogik für Kinder und Jugendliche anbietet. Grund sind geplante Haushaltskürzungen der Stadt Chemnitz für 2026, da ein Haushaltsdefizit von rund 100 Millionen Euro erwartet wird. Dadurch sind zahlreiche Jugendprojekte in der Stadt gefährdet. Die Filmwerkstatt erreicht jährlich über 3000 junge Menschen und wurde kürzlich erneut für ihre Arbeit ausgezeichnet. Durch die Streichung gehen wichtige Bildungsangebote und Chancen für Jugendliche verloren.